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Album (2015/2018)
«Album»

1. März 2018 , 21h und 3. März 2018, 18h, BETA stage Festival, Bern, PROGR, Waisenhausplatz 30

Trailer


«Album» nimmt Körperhaltungen und Gesten als Ausgangsmaterial, um die eigene Körperlogik und damit auch ein Stück weit die eigene Geschichte zu befragen. Die äussere Fortbewegung wird aufgegeben zugunsten des Innehaltens. Es entstehen Körperbilder, die wie eine Landschaft wirken, an architektonische Gebilde erinnern oder als aufgehaltene Bewegung den Blick des Betrachters zum Mäandern einladen.

Der Bewegungsfluss wird unterbrochen um zu untersuchen, wie durch das Verweilen eine Bewegung nach Innen generiert werden kann. Was für Intensitäten können herausgearbeitet werden und kann dadurch die eigene Körpergeschichte aufgerollt und gleichzeitig neu beleuchtet werden?

Ich tauche in das Archiv meines Körpers. Ich suche nach Ordnung. Doch das was auftaucht entzieht sich immer wieder der Grammatik, welche ich glaube zu kennen. Oder verhindert etwas die immer wieder durchdeklinierte Grammatik, dass ich überhaupt etwas (Neues) erfahre? Kann ich eine neue Sprache erfinden? Wer wird sie verstehen?

So entstehen Bilder, die vom Bekannten ins Fremde kippen und zwischen monumental und fragil changieren. Dabei soll das Publikum nicht einfach mit einer Ansammlung von (Erinnerungs-)Bildern konfrontiert werden, sondern mit der Fragilität, den Zweifeln, den Unsicherheiten, den Behauptungen, dem Scheitern, dem Ausgestellt-Sein aber auch der Lust und der (ironischen) Distanz usw., also mit dem, was der Umgang mit der eigenen Geschichte auszulösen vermag.

Ich bleibe dran. Ich gebe auf. Ich bin fast da. Ich komme nie an. Ich tue so als ob. Ich verschiebe mich. Ich möchte aus meiner Haut fahren. Die Kontrolle verlieren und an einem neuen Ort landen. Würde ich ihn erkennen?

Im weitesten Sinne stellt sich für mich die Frage, inwieweit ich meine Geschichte (nur) wiederholen oder sie als Ausgangspunkt für neue Erkundungen nutzen kann. Und was hat dies so oder so für Konsequenzen?

Es berührt mich jedes Mal, wenn ich hier bin. Noch immer. Oder immer wieder. Zuweilen wühlt es mich auf. Manchmal lässt es mich kalt. Manchmal möchte ich es lieber vergessen. Ich verweile. Bin ich hier zu Hause? Bin ich fremd?

In der Aufführung können die Zuschauenden miterleben, wie die Performerin in die Bilder ein- und aussteigt, sich in sie hineintastet, sich darin verliert, sie aufgibt, verwirft oder abbricht. Dadurch wird das Suchen verdeutlicht genauso wie das Entwerfen von Momenten des Möglichen. Das Erinnern wird somit in einem Spannungsfeld von Suchen und Neu-Entwerfen angesiedelt.

Mit «Album» zeigt Susanne Mueller Nelson den zweiten Teil der Trilogie «self/dis/play», welche in Form von Solos den Eigensinn des Körpers untersucht und das Kontinuum der Bewegung in Frage stellt. Wurde im ersten Teil untersucht wie mit dem Mittel der Wiederholung Bewegung unterschiedliche Zustände durchläuft, so wird im aktuellen Stück im Innehalten von Bewegung ein Dialog zwischen Innen und Aussen generiert.

Eine erste Fassung von «Album» entstand 2015. In der vorliegenden, überarbeiteten Version werden das Bewegungsmaterial und die Szenografie weiter reduziert. In einem intimen Setting lädt Susanne Mueller Nelson das Publikum ein, in ihre Welt einzutauchen. Die Einladung zum Betrachten ist dabei Programm. Dies soll durch das neue Lichtkonzept verdeutlicht werden: So hantiert sie mit zwei Lichtobjekten, welche zuweilen wie ein Augenpaar mit der Protagonistin und dem Publikum in einem Dialog treten. Das Bedienen dieser Lichtkörper verdeutlicht das Ein- und Aussteigen in die Bilder. Zugleich ermöglicht das Sichtbar-Machen der Lichtquellen auch für das Publikum, immer wieder neue Perspektiven einzunehmen und von neuem zu fokussieren. Deswegen wird für diese Version auch eine Situation (Galerie, kleiner Raum ohne sichtbare Bühnenbegrenzung) gewählt, welche mehr Nähe zwischen Publikum und Bühne zulässt.

Dauer: ca. 35 min.

Künstlerische Leitung, Choreografie, Tanz: Susanne Mueller Nelson
Bühne (erste Fassung): Maia Gusberti
Musik: Jalalu-Kalvert Nelson
Choreografische und dramaturgische Beratung: Annamira Jochim, Stefanie Knobel
Licht (erste Fassung): Jérôme Bueche
Licht (neue Fassung): Pablo Weber Fernandez
Kostüm: Kathy Brunner

Unterstützt von: Kanton Bern Swisslos, Kultur Stadt Biel, Migros Kulturprozent

Premiere: Freitag, 29. Mai 2015, Espace Culturel Rennweg 26, Biel/Bienne

1. März 2018 , 21h und 3. März 2018, 18h, BETA stage Festival, Bern, PROGR, Waisenhausplatz 30

Fotos: Mariana Forberg



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